Kölner Kammersolisten mit Echo-Preisträgerin Tianwa Yang

Montag 26.06.2017 20:00 - Bonn
Einführung 19:30 mit Peter Tonger

Koechlin – Komponist im Fokus

 

Francis Poulenc Villanelle für Piccolo & Klavier
Charles Koechlin Sonata a 7 für Flöte, Oboe, Harfe & Streichquartett op.221
Gabriel Fauré Elegie e-Moll op.24 für Violoncello & Klavier
Maurice Ravel Introduction und Allegro für Flöte, Klarinette, Harfe & Streichquartett
Charles Koechlin Klavierquintett op.80

 

 

Tianwa Yang Violine
Juta Õunapuu-Mocanita Violine
Matthias Buchholz Viola
Oren Shevlin Violoncello
Alja Velkaverh Flöte
Tom Owen Oboe
Blaž Šparovec Klarinette
Nicholas Rimmer Klavier
Andreas Mildner Harfe

 

Mit diesem Programm gedenken wir des 150. Geburtstages von Charles Koechlin, eines bei uns viel zu wenig bekannten französischen Komponisten. Zwei seiner anspruchsvollen Kammermusikwerke werden von kleineren Stücken seiner französischen Kollegen ergänzt.

Die Villanelle ist ursprünglich eine dörfliche Volksweise in Italien im 16. Jahrhundert. Diesen Stil greift Poulenc in seiner Villanelle für Piccoloflöte und Klavier auf. Das liebliche Stückchen ist von der australischen Musikerin Louise Dyer in Auftrag gegeben, die in Paris einen Musikverlag eröffnet hatte und eine Sammlung kleiner Stücke für Piccolo und Klavier herausgeben wollte.

Charles Koechlin wurde in Paris in eine aus dem Elsass stammende Ingenieursfamilie geboren. Da er zunächst in diese Berufssparte einsteigen wollte, kam er erst spät zur Entscheidung, Musiker zu werden. Wie sein gleichaltriger Kollege Florent Schmitt studierte er bei Fauré und Massenet. Er war ein humanistischer Geist, allem Neuen aufgeschlossen, der es während eines langen Lebens immer verstand, seine Unabhängigkeit und Freiheit zu bewahren. Das Klavierquintett, 1908 begonnen und über den Weltkrieg bis 1921 in Arbeit, ist ein düsteres Werk. Die Satzüberschriften deuten auf eine intensive Trauerarbeit. Erst im letzten Satz schwingt sich das Quintett zu einem rasanten Schluss auf. Mit diesem Werk gehört Koechlin zur französischen Avantgarde jener Zeit. Die Sonate à sept, ein Jahr vor seinem Tod komponiert, wendet sich wieder einem heiteren Neoklassizismus zu.

Mit der Elegie für Cello und Klavier von Gabriel Fauré kommt einer der Lehrmeister Koechlins zu Wort. Neben geistlicher Musik und Liedern schrieb er hauptsächlich kammermusikalische Werke, was wohl mit ein Grund dafür ist, dass er nie weiten Kreisen bekannt wurde, die entweder in die Oper gehen oder ins Sinfoniekonzert. Die Elegie gibt es allerdings auch in einer großartig instrumentierten Version mit Orchesterbegleitung.

Ravels Introduktion und Allegro entstand im Jahre 1905 in acht Tagen und drei Nächten als Auftragswerk für die Klavierfirma Erard, die das Conservatorium auch mit Harfen belieferte. Ravel war in großer Eile, denn die Komposition musste vor Antritt einer Schiffsreise fertig werden, zu der ihn ein reicher Zeitungsverleger eingeladen hatte. So komponierte er „zwischen Kofferpacken und Anproben beim Schneider“. Das als Gelegenheitswerk gedachte Stück wurde ein Meisterwerk, ein Meisterwerk der Instrumentationskunst und der Klangbalance.

Text Peter Tonger