Ein•klang

Montag 24.04.2017 20:00 - Bonn
Einführung 19:30 mit Peter Tonger

R(h)ein Kammermusikalisch

 

Ludwig van Beethoven Variationen Es-Dur op. 44 für Klaviertrio
Bernd Alois Zimmermann Trio für Violine, Viola & Violoncello
Frank Martin Trio über irische Volkslieder für Violine, Violoncello & Klavier
Engelbert Humperdinck Quintett für Klavier & Streicher in G-Dur

 

 

Julian Shevlin Violine
Juta Õunapuu-Mocanita Violine
Matthias Buchholz Viola
Oren Shevlin Violoncello
Nicholas Rimmer Klavier

 

Das Programm versammelt Werke von Komponisten, die, außer Frank Martin, im Rheinland geboren wurden, aber alle dort zu Bedeutung gelangt sind: Beethoven stammte, wie am ehesten bekannt ist, aus Bonn am Rhein, Zimmermann aus Bliesheim im Erftkreis und Humperdinck aus Siegburg.

Beethoven schrieb an die 70 Variationenwerke, sei es für Klavier solo oder für diverse kammermusikalische Formationen. Für sein op. 44 wählte er das Klaviertrio. Es gibt schon Skizzen aus seiner Bonner Zeit um 1892. Vollendet wurde es erst gut 10 Jahre später. Basieren seine Variationen häufig auf Themen anderer Komponisten, handelt es sich hier um ein eigenes Thema.

Bernd Alois Zimmermann stammt aus Bliesheim im Erftkreis. Studiert hat er natürlich an der Kölner Musikhochschule. Sein Trio für Violine, Viola und Violoncello ist ein Jugendwerk, das er unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem Kriegsdienst, 1942, komponierte. Es ist beeinflusst von Bartók und Strawinsky und dem französischen Neoklassizismus. Ein Kritiker erkennt darin „viele angenehme Dissonanzen, die auf Streichinstrumenten hervorragend klingen.“

Frank Martin gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der französischen Schweiz. Hervorstechendes Merkmal seiner Kompositionen ist die Betonung des Rhythmus, weshalb Emile Jaques-Dalcroze, der Vater der Eurhythmie, ihn als Lehrer für Theorie des Rhythmus 1928 an sein Institut in Genf holte. Rheinisch wurde er, als er von 1950 – 1957 als Kompositionslehrer an der Kölner Musikhochschule wirkte.

Auch Humperdincks Klavierquintett in G-Dur ist ein Jugendwerk, das er mit 21 Jahren komponierte. Um dem Wunsch seines Vaters, dass er Baumeister werde, zu entgehen, hatte der junge Engelbert sich mit einigen Kompositionen an den damaligen Gürzenich-Kapellmeister Ferdinand Hiller zur Einschätzung seiner Begabung gewandt. Der war recht angetan von den Künsten des jungen Mannes und verhalf ihm zu einem kostenlosen Studium am Kölner Konservatorium. Erstes Ergebnis: Das Klavierquintett in G-Dur.

Text Peter Tonger