Ein•klang

Sonntag 05.02.2017 18:00 - Köln
Einführung 17:30 mit Peter Tonger

Oktette mit Gastensemble Signum Quartett

 

Dimitri Schostakowitsch Zwei Oktettsätze für vier Violinen, zwei Violen & zwei Violoncelli op. 11
Franz Schubert Streichquartett Nr. 13 a-Moll „Rosamunde“ D 804
Felix Mendelssohn Oktett Es-Dur für vier Violinen, zwei Violen & zwei Violoncelli op. 20

 

 

Signum Quartett
Florian Donderer Violine
Annette Walther Violine
Xandi van Dijk Viola
Thomas Schmitz Violoncello
N/N Violine
Juta Õunapuu-Mocanita Violine
Matthias Buchholz Viola
Oren Shevlin Violoncello

 

Die Königin der Kammermusikformationen ist das Streichquartett. Entsprechend nimmt es einen beträchtlichen Raum im Werkverzeichnis aller großen Komponisten ein. Dagegen gar stiefmütterlich behandelt führt darin das Streichoktett ein Schattendasein. Die kleine Schar der wenigen führt mit weitem Abstand Mendelssohns geniales Oktett an. Gerne würde man an seiner Seite öfter mal Max Bruchs romantisches Oktett hören oder das höchst lebendige Oktett von George Enescu.

Schostakowitsch hat ebenso viele Streichquartette wie Sinfonien geschrieben, nämlich 15. Sein erstes Streichquartett trägt allerdings erst die Opuszahl 49. Da hatte er schon fünf Symphonien und zwei Opern komponiert. In der Kammermusik hat er es erst mit zwei Oktettsätzen op. 11 versucht. Sie blieben ein vorübergehendes Experiment, eher eine kompositorische Spielerei und Kräfteerprobung.

Schuberts Rosamunde-Quartett ist das einzige, das zu seinen Lebzeiten öffentlich aufgeführt wurde, und zwar mit großem Erfolg, der ihm bis heute treu geblieben ist. Den Beinamen trägt das Quartett, weil Schubert im 2. Satz Andante Variationen über eine Melodie aus seiner Musik zum Schauspiel „Rosamunde“ von Helmine von Chézy schreibt. Gewidmet ist es dem renommierten Schuppanzigh-Quartett, das es am 14. März 1824 in Wien uraufführte. Das Schuppanzigh-Quartett hatte sich in den Folgejahren große Verdienste um die Uraufführungen der späten Beethoven-Quartette erworben.

Mendelssohns Oktett ist im Vergleich zu Schostakowitschs Oktettsätzen op. 11 ein absolut geniales Werk, ein Frühwerk, eins der genialsten Frühwerke der Musikgeschichte überhaupt. Entstanden ist es im Oktober 1825, ein Jahr nach Schuberts Rosamunde-Quartett, wenige Monate nach dem Umzug der Familie von Hamburg ins liberalere Berlin. Dort wurde es im Hause Leipziger Str. 3 im Rahmen der berühmten Sonntagsmusiken uraufgeführt.

Text Peter Tonger