Ein•klang

Sonntag 04.12.2016 18:00 - Köln
Einführung 17:30 mit Peter Tonger

1892 - Ein hervorragendes Jahr

 

Gabriel Fauré La bonne Chanson für Gesang, Streichquintett & Klavier op.61
Guillaume Lekeu Quartett für Violine, Viola, Violoncello & Klavier in h-Moll
Pjotr Iljitsch Tschaikowski Souvenir de Florence für Streichsextett in d-Moll op.70

 

 

Martha Jordan Gesang
Suyoen Kim Violine
Juta Õunapuu-Mocanita Violine
Matthias Buchholz Viola
Anqi Lu Viola
Oren Shevlin Violoncello
Jacob Shaw Violoncello
Johannes Seidl Kontrabass
Nicholas Rimmer Klavier

 

Es ist ein amüsantes Spielchen, sich ein x-beliebiges Jahr vorzunehmen und dann in den Werkverzeichnissen der großen Komponisten herauszufinden versuchen, welche Werke genau in diesem Jahr entstanden sind. Man wird zu überraschend vielseitigen Ergebnissen kommen. Vor 125 Jahren, im Jahre 1892 gab es die Uraufführungen der in diesem Programm vertretenen Auswahl. Aber nicht nur diese, sondern z.B. auch noch von Bruckners Achter, von Tschaikowskis Nussknacker, Dvořáks sinfonischer Dichtung Otello, Leoncavallos Bajazzo und Massenets Oper Werther.

Hatte Fauré sich in seinem umfangreichen Liedschaffen zunächst mit Gedichten zweitrangiger Poeten beschäftigt, wandte er sich Mitte der 1880er Jahre stärker bedeutenden zeitgenössischen Dichtern zu, darunter bevorzugt Paul Verlaine, dessen Gedichte, darunter der Zyklus La bonne chanson, ihn 1892 zu ganz neuartigen Gestaltungen inspirierten, die zu den Höhepunkten in der französischen Liedkunst zählen.

Ein Schüler César Francks war der belgische Komponist Guilleaume Lekeu, der – viel zu früh – 24-jährig an Typhus verstarb. Mit 19 hatte er die Bayreuther Festspiele besucht, die ihn nachhaltig beeindruckten, und mit 21 den Rompreis gewonnen. Das Klavierquartett h-Moll aus dem Jahre 1892 wurde nach seinem Tod von Vincent d’Indy vollendet. Es zeigt deutlich Wagnersche Züge.

Nach einem Nervenzusammenbruch riet sein Arzt Tschaikowski zu einer Reise nach Italien: so kam er nach Rom und Florenz. Das erste musikalische Ergebnis dieser Reise, auf der er sich wieder gut erholte, war 1880 das Capriccio Italien. Erst 10 Jahre später begann er die Abeit an dem Streichsextett Souvenir de Florence, das er 1892 – nach Russland heimgekehrt – völlig neu bearbeitete und vollendete.

Text Peter Tonger